Eine Windows 10 VM unter Proxmox aufsetzen

Es gibt verschiedene Gründe warum ich eine Windows 10 Instanz unter Proxmox aufsetzen möchte aber ein wichtiger lautet, dass ich einige Aufgaben habe, die einfach längere Zeit benötigen um fertig zu werden. Diese Aufgaben benötigen in der Regel nicht sehr viele Ressourcen, naja die sie bekommen können die nutzen sie auch, sondern einfach nur Zeit. Was liegt da näher, als diese Aufgaben auf den immer laufenden Server auszulagern.
Wir werden in diesem Artikel, unter Proxmox, eine neue VM erstellen und dort Windows 10 installieren. Hier gibt es einfach ein paar Kniffe, die man kenne sollte (Stichwort Treiber). Weiterhin werden wir Windows 10 soweit konfigurieren, dass wir es nutzen können.
Fangen wir an……
Als erstes müssen wir uns die notwendigen Installationsmedien beschaffen. Es wird euch sicherlich nicht wundern, dass wir für Proxmox ein Image benötigen. Um eine Image von Windows zu erhalten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Ich empfehle an dieser Stelle, das Windows 10 Installationsmedium, mit dem Media Creation Tool zu erstellen. Wie das geht, habe ich im Artikel „Windows 10 Installationsmedium erstellen“ erklärt.
Weiterhin benötigen wir die VirtIO Treiber. Diese brauchen wir um z.B. Windows unser Netzwerk Device und die Festplatte durchzureichen. Das entsprechende ISO können wir uns unter, https://github.com/virtio-win/virtio-win-pkg-scripts/blob/master/README.md, herunterladen. Hier können wir uns entscheiden, welchen Update Kanal wir möchten. Die Entscheidung liegt natürlich bei euch. Ich lade mir die Stable Version herunter. Bitte denkt daran, dass wir das ISO benötigen.
Wenn wir beides haben, dann müssen wir die ISO’s in Proxmox hochladen. Dazu gehen wir auf unseren „local“ Storage und klicken auf „ISO Images“ und dort auf „Upload“. Im sich öffnenden Fenster, belassen wir den Content auf „ISO image“ und suchen uns über „Select File…“ die beiden ISO’s (nacheinander) aus und laden diese durch einen finalen klick auf „Upload“ hoch.
Wenn wir fertig sind, sollten wir mindestens die beiden gerade hochgeladenen ISO Files sehen. Vermutlich habt ihr schon ein wenig mehr hochgeladen. Erfahrungsgemäß fängt man nicht mit der Virtualisierung von Windows an.
Jetzt können wir auch mit der Erstellung der VM beginnen. Klickt dazu bitte, im Baumverzeichnis auf der linken Seite, euren Knoten bzw. euer Node an. In der Regel heißt dieser „pve“, außer ihr habt diesen umbenannt. Dann drückt ihr bitte auf „Create VM“ oben rechts. Jetzt öffnet sich ein Fenster im Reiter General. Hier müssen wir der VM eine ID und einen Namen zuweisen. Ich belasse die ID bei mir fortlaufend und nenne die VM „win10“.
Im Reiter OS müssen wir natürlich das Windows Image aussuchen. Wichtig ist hier auch noch das Guest OS umzustellen. Dies startet immer mit Linux aber wir wollen ja ein Windows installieren. Die Version muss in unserem Fall auf 10 bleiben.
Im Reiter System aktivieren wir nur den Qemu Agent. Der Rest kann so bleiben.
Jetzt können wir unsere Festplatte konfigurieren. Hier hat Proxmox ein paar Empfehlungen ausgesprochen, welche wir einfach mal umsetzen. Es wir SCSI als Bus empfohlen und als Cache Methode, sollen wir „Write Back“ auswählen. Da Microsoft mindestens 32GB Speicherplatz für Windows 10 angibt belasse ich es dabei. Bitte beachtet aber die Auswahl des Storage. Solltet ihr mehrere Storage Devices angelegt haben, müsst ihr den für euch richtigen aussuchen.
Unter CPU müssen wir der VM die entsprechenden Kerne zuweisen. Da dies auch später noch geändert werden kann, könnt ihr ruhig erst mal kleiner anfangen und euch nachträglich anpassen falls nötig. Ich beginne mal mit 4 Kernen. Ich habe aber auch schon ein Windows 10 mit 2 Kernen betrieben und es ging gar nicht so schlecht.
Das gleiche gilt auch für Memory. Auch hier könnt ihr nachträglich noch anpassen. Ich empfehle aber das Ballooning zu nutzen. Ihr gebt also ein Minimum und ein Maximum an. Je nach Auslastung, kann die Maschine sich dazwischen den Speicher nehmen, den sie gerade benötigt.
Im letzten Konfigurationsreiter, passen wir den Netzwerkadapter an. Wir wollen der VM ja nicht die komplette Netzwerkkarte durchreichen. Daher wählen wir hier VirtIO.
Jetzt sind wir mit der VM Erstellung durch. Bitte startet die VM noch nicht, wir müssen noch etwas konfigurieren, sondern bestätigt einfach nur per Klick auf „Finish“. Jetzt seht ihr schon eine neue VM im Baumverzeichnis. Bevor wir diese starten, müssen wir aber noch die VirtIO Treiber in die VM durchreichen. Dazu wählen wir die VM auf der linken Seite aus und klicken dann auf Hardware. Dort klicken wir auf „Add“ und erstellen ein weiters CD Laufwerk. Im neuen Fenster, wählen wir IDE als Bus aus und ändern die Nummer, es muss eine andere Nummer sein als beim Windows CD Device. Dann suchen wir wieder über Storage das richtige ISO Image aus und drücken auf „Create“.
Jetzt können wir die VM starten. Dazu einfach per Rechtsklick auf die VM drücken und „Start“ auswählen. Wir wählen uns den Menüpunkt „Console“ auf der VM und sollten schon das Windows Logo sehen. Als nächstes müssen wir die Angaben zur Sprache, Uhrzeit und Währung und zur Tastatursprache machen. Ich belasse alles auf Deutsch und klicke weiter. Im nächsten Fenster „Jetzt installieren“ anwählen. Jetzt wird der Setup Vorgang gestartet.
Als nächstes müssen wir unseren Produkt Schlüssel für Windows eingeben. Dies kann auch vorläufig ausgelassen werden. Aber natürlich benötigt ihr eine gültige Lizenz. Danach müssen wir die Lizenzvereinbarung akzeptieren. Direkt danach sagen wir, wir wollen nur Windows installieren (Benutzerdefiniert).
Wie ihr seht haben wir aktuell noch keine Festplatten, auf welchen wir Windows überhaupt installieren können. Das liegt daran, dass wir nicht die richtigen Treiber geladen haben. Das holen wir jetzt nach. Wir klicken auf „Treiber laden“ und danach auf „Durchsuchen“. Wir öffnen die virtio_win CD und suchen den Ordner „vioscsi“. Innerhalb diesem Ordner, gehen wir zu Windows 10 (w10), amd64 und klicken „OK“.
Mit einem Klick auf „Weiter“ laden wir erst mal diesen Treiber. Jetzt sollten wir auch schon unsere Festplatte sehen. Wir laden aber noch ein paar mehr Treiber. Dies machen wir wie beim anderen Treiber. Ich verkürze das etwas und benenne nur den Pfad. Wir wollen den NetKVM Treiber laden, unter NetKVM → w10 → amd64. Das ist unser Netzwerk Treiber, damit wir auch direkt bei der Installation die neuesten Updates ziehen können. Und dann benötigen wir noch die Ballooning Treiber. Diese finden wir unter Balloon → w10 → amd64. Das langt uns um zu installieren. Wenn wir wieder in der Übersicht sind, starten wir die Installation mit einem beherzten Klick auf „Weiter“.
Das kann jetzt eine Weile dauern und ab und zu kann es auch zu einem Neustart kommen. Wenn es dann aber durch ist, starten wir bei der Auswahl der Region. Hier bestätigen wir, dass Deutschland richtig ist. Weiter geht es mit dem Tastaturlayout, welches wir auch bestätigen und wir wollen auch kein zweites hinzufügen. Wir wollen Windows persönlich verwenden! Und wir möchten ein „Offline Konto“ verwenden. Uns ist auch klar, dass wir so natürlich nur eine „Eingeschränkte Erfahrung“ haben werden. Wir wählen einen Benutzernamen aus und vergeben ein Kennwort, welches wir auch noch bestätigen. Leider können wir die Sicherheitsfragen nicht überspringen. Daher wählt bitte 3 aus und gebt die Antwort dazu.
Ihr merkt schon, dass dies eine normale Windows Installation ist. Daher möchte ich hierauf gar nicht zu genau eingehen. Ihr könnt natürlich euer Windows so konfigurieren, wie ihr es für richtig haltet. Ich habe spezielle Aufgaben damit vor und benötige daher weder Spracherkennung (Skip), noch möchte ich, dass Apps meinen Standort benutzen und ich werde dieses Gerät bestimmt niemals suchen! Ich möchte auch nur die erforderlichen Diagnosedaten an Microsoft sende und ich möchte auch meine Eingaben nicht zur Verfügung stellen. Ich brauche keine Tipps und ich will auch keine Werbe-ID bzw. soll die niemand nutzen um mir bessere Werbung zu zeigen. Final stelle ich noch schweren Herzens den wohl besten Sprachassistenten der Welt ab.
Jetzt sollten wir aber so langsam durch sein. Das Windows wird für mich eingerichtet. Das klingt gut. Leider müssen wir nochmal warten. Aber irgendwann sehen wir ein aktives Windows.
Als erstes gehen wir in den Gerätemanager und schauen ob dieser direkt noch fehlende Treiber anmerkt. Wie es scheint fehlt mir zumindest noch der Treiber für den PCI Controller. Das erkennt ihr am gelben Dreieck mit Ausrufezeichen. Wir klicken den Controller mit Rechtsklick an und wählen „Treiber aktualisieren“. Ich suche diese auf meinem Computer und klicke auf „Durchsuchen“. Jetzt wählen wir uns wieder die virtio-win CD aus und klicken direkt auf „OK“. Windows sucht sich jetzt selber den Treiber. Wenn es einen findet, installieren wir diesen und bestätigen die Aktualisierung.
Ansonsten scheinen alle Treiber verfügbar. Daher installieren wir jetzt noch den guest-agent direkt von der CD. Wir öffnen also ein Explorer Fenster und wählen die virtio-win CD aus. Dort gehen wir in den Ordner guest-agent und führen den Installer für qemu-ga-x86_64 aus.
Wenn das durch ist, fahren wir die VM einmal runter, am besten direkt über Start. Wenn die VM richtig aus ist, starten wir diese wieder. Jetzt loggen wir uns ein sind eigentlich fertig. Wir haben eine laufende Windows 10 Instanz auf unserer Virtualisierungsplattform! Für etwas bessere Performance, rate ich den Remotedesktop zu nutzen. Aber natürlich könnt ihr auch jetzt schon mit dem System arbeiten. Ihr könnt es so konfigurieren wie ihr es braucht.
Wie immer handelt es sich um mein Beispiel. Passt also alles an eure Voraussetzungen an.
Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen. Solltet ihr Fehler gefunden haben, generelle Fragen haben, oder wollt ihr einfach noch zusätzliche Informationen, dann schreibt mir bitte in die Kommentare. Ich versuche diese zeitnah zu beantworten.
Danke fürs lesen…..
Euer cedigger

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